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Abschied vom IE6 von Nicolai Schwarz

Titelbild: Abschied vom IE6

Vor sieben Jahren, im Oktober 2001, trat er in unser Leben: Der Internet Explorer 6. Wir haben ihn genutzt, wir haben ihn mit zwei Service Packs aufgepäppelt. Nun sollten wir ihn ziehen lassen. Genauer gesagt: Es ist nicht nur an der Zeit für eine Trennung, es wird Zeit, ihn zu Grabe zu tragen.

Als Webworker warten wir seit Monaten oder eher seit Jahren darauf, den IE6 aus dem Gedächtnis zu streichen. Wieviele Arbeitsstunden hat es uns gekostet, auch den Internet Explorer 6 an einer Webseite teilhaben zu lassen? Wieviele Hacks gehen allein auf den IE6 zurück? Wieviele Stunden haben wir nicht in Rechnung gestellt, weil Arbeiten am IE6 zu einem kompletten Webseiten-Paket, einem Pauschalangebot gehörten?

Das hat nun ein Ende. Für mich zumindest. Ganz offiziell. Das heißt, der Part in meinen Verträgen, in dem ich zusagte, die Webseite auch für den IE6 herzurichten, entfällt ersatzlos. Die Unterstützung für den IE6 ist bei mir ab sofort nicht mehr Teil der selbstverständlichen Arbeiten, sondern eine zusätzliche Leistung.

Damit stehe ich nicht alleine da. Immer mehr Webworker entscheiden sich für diesen Schritt. Basecamp hat zum Beispiel im Juli 2008 in seinem Blog angekündigt, den IE6 ab Oktober 2008 links liegen zu lassen. Ähnliches liest man bei lesseverything.com oder über Apples MobileMe. M. Dave Auayan hat eigens einen IE Death March ausgerufen, um sich langsam vom IE6 zu verabschieden.

Daumen hoch von meiner Seite. Sich offen und laut gegen weiteren Support für den IE6 auszusprechen, kann nur gut sein, um ihn endgültig loszuwerden.

Aber das geht doch nicht

Ich kenne die Argumente derjenigen, die nun die Augenbrauen hochziehen. Es geht im Wesentlichen um zwei Punkte:

Zum einen sind da die großen Firmen, bei denen die User nichts dagegen machen können, wenn ihr Admin den alten IE6 nicht updatet. Aus meiner Sicht als Webworker würde ich einen Admin vermutlich feuern, wenn er es in den letzten vier Jahren nicht geschafft hat, den Firmen-Browser zu aktualisieren.
Ich kenne einen Fall, da ist eine Firma auf den IE6 angewiesen, weil sie eine Software braucht, die damals für den IE6 entwickelt wurde. Aber selbst in solch einem Fall: Was spricht dagegen, daneben einen modernen Browser zu installieren?

Zum anderen geht es um die Menschen, die sich nicht genug mit ihrem Computer auskennen, um einen anderen Browser selbst zu installieren. Die sind ohnehin darauf angewiesen, dass ihnen ihr Sohn, Enkel, Kollege ab und zu ein neues Programm einrichtet, und dann kann auch gleich ein anderer Browser installiert werden.

Es mag Gründe geben, warum immer noch der IE6 benutzt wird, aber ab irgendeinem Zeitpunkt ist das nicht mehr unser Problem als Webworker, sondern das Problem des Users.

Einfach ignorieren

Auf pisto-magazin.de haben wir die Unterstützung für den IE6 vor ein paar Wochen bereits eingestellt. Vermutlich hat es kaum jemand bemerkt. Als Magazin für Web und die Welt haben wir eine klare Webworker-Zielgruppe – und die surft nicht freiwillig mit Relikten. Dementsprechend bewegt sich die gesamte IE-Nutzung bei uns um die zwei Prozent. Der IE6 liegt bei unter einem Prozent, und ich vermute, das sind fast ausschließlich Zugriffe unserer Redaktion zu Testzwecken.

Wir kümmern uns also nicht mehr um den IE6. Das heißt nicht, dass wir ihm das normale Stylesheet vorwerfen und uns die Darstellung egal ist; wir geben ihm schlichtweg gar kein Stylesheet. Per Conditional Comments ist das recht einfach zu lösen:

<!--[if gt IE 6]><!-->
    Styles für den IE7 und moderne Browser
<!-- <![endif]-->

Somit zeigen alte IEs den Quelltext mit den eigenen Design-Grundeinstellungen an. Das sorgt dafür, dass der User zumindest alle Informationen erhält.

Extreme Maßnahmen

Dem IE6 das Design zu nehmen, ist recht simpel. Aber es gibt kleine Nachteile: Zum einen könnten Leute auf die Idee kommen, dass dies die beabsichtigte Ansicht der Seite ist – oder sie einfach fehlerhaft angezeigt wird. Zum anderen kommen sie nicht unbedingt auf die Idee, den Browser zu wechseln.

Außerdem kann es bei einem CMS nun passieren, dass unnötige Elemente eingeblendet werden, die ich auf modernen Browsern per CSS unterdrücke. Ein IE6-User sieht auf unserer Webseite zum Beispiel unter dem Kommentar-Formular einen unnötigen „Preview“-Button, den wir sonst ausblenden. Damit kann ich leben, aber ich neige dazu, im Zweifel härtere Geschütze aufzufahren.

Zum Beispiel könnten Webworker nur für den Internet Explorer 6 einen Absatz einfügen, der Besucher bittet, den Browser zu wechseln. So handhaben wir das bei Pisto. Das lässt sich auch auf die Spitze treiben. Ich habe meine eigene Webseite textformer.de nun so umgestellt, dass der IE6 lediglich eine Bitte-wechseln!-Mitteilung anzeigt. Und sonst nix!

Das mag gnadenlos übertrieben sein. Zumal meine Seite im Internet Explorer 6 vorher funktionierte. Außerdem kommen knapp 13 Prozent meiner Besucher – unverständlicherweise – mit dem IE6 daher. Also mag es so kommen, dass ich mit dieser Aktion den einen oder anderen Kunden verschrecke.
Das muss nicht schlecht sein. Ich bin nicht unbedingt heiß darauf, Kunden zu gewinnen, die noch mit dem IE6 surfen und nicht wechseln wollen. Das erspart mir eventuell, mir auch bei anderen Themen den Mund fusselig zu reden.

Mit einem Bein im Grab, aber noch zuckt er

Heißt das nun, ich empfehle allen Webworkern, dem IE6 freudig den Rücken zu kehren? Würde ich ja gerne, aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Es gibt immer wieder Projekte, bei denen die Zielgruppe eindeutig vorgibt, dass wir den IE6 nicht ignorieren können. Das gilt zum Beispiel für die Webseiten von Ämtern, Schulen oder Banken. Die müssen den IE6 sicher noch ein monate- oder jahrelang mitschleifen.

Bei einem meiner Projekte gehören Schulen und Lehrer zur Zielgruppe. Auf der entsprechende Webseite hat der IE6 noch einen Anteil von 35 Prozent. Ich kann hier natürlich schlecht einfach die Unterstützung für die alte Möhre einstellen.

Insofern muss ein Webworker bei seinen Projekten immer noch abwägen. Während ich aber bisher den IE6 automatisch unterstützt habe, werde ich es jetzt nur noch auf Anfrage machen. Und das schlägt sich dann auch mit eigens aufgeführten, zusätzlichen Kosten im Angebot nieder.

Davon kann man nun halten, was man will. Ich kann nur sagen: Es ist ein wirklich befreiendes Gefühl, den IE6 offiziell nicht mehr zu unterstützen!

Update - 23.10.08: Jetzt mit dezentem Nachschlag auf textformer.de.

Der Autor

 Nicolai SchwarzNicolai Schwarz freut sich schon auf die freie Zeit, die er einspart, weil er nicht mehr für den Internet Explorer 6 entwickeln muss. So kann er sich mit seiner Agentur textformer mediendesign auf Dinge konzentrieren, die sinnvoll sind. Artikel für pisto-magazin.de schreiben zum Beispiel.

Titelbild: »pallbearers« von Lightguard via istockphoto.com

15.10.200826 Kommentare

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Kommentare

Du fragst: "Was spricht dagegen, neben dem IE6 einen modernen Browser zu installieren?"

Aus der Sicht eines grösseren Unternehmens mit vollständiger Active-Directory-Infrastruktur sind das im Wesentlichen zwei Punkte:

  1. IE lässt sich via IEAK sehr schön zentral über group policies im active directory administrieren. Dieses Feature bietet kein anderer Browser.
  2. Die parallele Installtion von IE7 und IE6 ist im vollem Umfang nicht möglich.

Ergo: Wenn eine Drittherstellersoftware wie etwa SAP GUI oder Visual Studio einen funktionierenden IE voraussetzt und (noch) nicht mit IE7 klar kommt, ist der IE6 unersetzbar.

DIe Überschrift: mehr als ein Traum... den wir sicherlich alle träumen.
In der Realität sehe ich keine Chance, das umzusetzen, aus genannten Argumenten.
Insbesondere, wer heute einen Shop betreibt, wäre in meinen Augen schön blöd, den IE6 auszusperren.
Ich glaube, den IE6 auszusperren, kann sich nur leisten, wer sich leisten kann, Kunden zu verlieren oder wer keine neuen dazu gewinnen will.
Die Leute, die mit einer Meldung "installier dir einen besseren Browser" konfrontiert werden, gehören zu denen, die zum Teil überhaupt nicht wissen, was ein Browser ist. Für die ist das ein "Programm fürs Internet".
Nee, ich kann die Vorgehensweise derzeit noch nicht unterstreichen, ich finde sie im Gegenteil eher ignorant.
Von firmeninternen Anforderungen ganz zu schweigen. Da geht das eben nicht immer so wie man das gerne hätte mit den Browsern.

Sind wir doch mal ehrlich. Der IE6 ist ein Ärgernis, aber mit etwas Routine geht das doch ganz flott. Ich erinnere mich übrigens daran, als ich vor gut anderthalb Jahren gefragt wurde, ob ich eine Seite nicht für den IE6 (hieß der auch so? Na Ihr wisst schon...) auf dem Mac optimieren könne.

"Mit etwas Routine geht das doch ganz flott". Sehr schön, solche Sätze. Ich glaube nicht das es immer ganz flott geht. Dies hängt ja wohl entscheidend von der Komplexität das CSS ab, oder? Außerdem sagt der Autor ja auch, dass er gegen Aufpreis auch eine Unterstützung anbieten wird. Man sollte den Kunden nur mal deutlich machen, das eine Unterstützung aller möglichen Browserversionen halt sein Geld kostet. Ob man dies dann bezahlen möchte und ob sich dies wirtschaftlich lohnt, muss letztendlich der Kunde entscheiden. Meines Erachtens geht es in dem Artikel vorwiegend um eine Abkehr den IE6 weiterhin als Standard zu betrachten.

"Dies hängt ja wohl entscheidend von der Komplexität das CSS ab, oder?"
Oder aber auch von der Routinebzw. den Rechenkünsten des Coders.

Was heißt denn überhaupt Standard? Es gibt auch Standards, die heißen so, weil da mal jemand kam, der etwas als solchen postuliert hat. Und wann ist dann irgendwas nicht mehr Standard?

Ich kann meinen Kunden überzeugen, den Browser zu wechseln, null Problem. Aber: Soll ich einem Kunden ernsthaft verkaufen, dass er bei mir mehr zahlen muss, nur um die ganz normalen Leute zufriedenzustellen und Kunden nicht auszusperren?
Sorry, aber das halte ich für einen völlig irrwitzigen Vorschlag!
Ganz abgesehen von den ganzen Firmen, bei denen einfach aus bestimmten Gründen Notwendigkeiten bestehen...

Aber es gibt kleine Nachteile: Zum einen könnten Leute auf die Idee kommen, dass dies die beabsichtigte Ansicht der Seite ist – oder sie einfach fehlerhaft angezeigt wird. Zum anderen kommen sie nicht unbedingt auf die Idee, den Browser zu wechseln.
Ich weiß nicht genau, ob IE6 die CSS das pseudo-element :before unterstützt. Wenn ja, dann könnte man in die Stylesheet für den IE6 ohne jegliche Formatierung folgende Zeile einfügen, damit der Benutzer auf seinen veralteten Browser hingewießen wird:

div#container:before { content:"Hinweis bla bla"}

@Viktor: Selbst der IE7 kann mit :before und :after nichts anfangen. Evtl. gibt es work-arounds für den IE 6 und 7, aber ein Hinweis lässt sich auch einfach per Conditional Comments einbauen.

@Anne-Kathrin: Den IE6 heutzutage noch stillschweigend weiter mitzuschleppen, kann nun auch keine Lösung sein. Denn dann ändert sich nichts. Dann lieber aktiv sein und lautstark für den Wechsel propagieren.

Dann lasset uns all die Blogs dieser Welt füllen, auf dass unsere Predigten jemand finde und erhöre!

Ich kann nur sagen: ich hab unter anderem eine Website mit ganz alltäglichen Themen (nicht die hier verlinkte). Dort liegt (ist ja kein Geheimnis) die Internet Explorer Nutzung bei über 46%, unter den IEs dann die vom IE6 bei knapp 54%, der Rest IE7.
Es wird also viel viel Überzeugungsarbeit....

Anregender Artikel, der mich zum Nachdenken gebracht hat. Besonders interessant finde ich vor allem den Punkt, den Support für den IE6 gesondert in Rechnung zu stellen.

Werde mir wohl in nächster Zeit selbst eine Vergehensweise bzgl. des IE6 überlegen müssen.

Danke für den Artikel.

@Anne-Kathrin: Ich stelle mir das so vor: Jemand, der mit dem IE6 auf meiner Webseite nichts sehen kann, verlässt sie wahrscheinlich genervt. Bei Pisto kann derjenige immerhin die Inhalte lesen. In beiden Fällen wird er vermutlich noch nicht den Browser wechseln.

Je mehr Webseiten aber jenem IE6-User sagen, dass er einen alten Browser nutzt, desto eher wird er umsteigen.

Du musst das ja nicht so extrem handhaben wie ich. Es ist auch möglich, eine kleine Box nur im IE6 in der Nebenspalte anzeigen zu lassen, entweder sehr dezent oder aber leuchtend rot, um dem User einen modernen Browser nahezulegen.

Je lauter die IE6-Nutzer darauf hingewiesen werden und je bekannter die Seite ist, die den IE6 nicht mehr unterstützt, umso schneller werden wir das Relikt los.

Mit Deiner Meinung stehst Du übrigens nicht alleine. Schau mal hier: http://iedeathmarch.org/

Ich unterstütze die Meinung des Artikels zu 100%. Optimierungen für den IE6 sind meist wirklich richtig zeitaufwändig, gerade bei komplexen Layouts. Das muss der Kunde wissen, weil es auch unsere Aufgabe ist möglichst transparent für den Kunden darzulegen, was wir überhaupt tun.

Im übrigen geht es nicht darum den IE6 auszusperren, gerade kommerzielle Webseiten, Shops, können sich das nicht leisten. Aber reicht da nicht ein einfaches CSS, das vielleicht nur Logo und das grundlegende CD enthält? Das spart Zeit und Geld und transportiert trotzdem noch die Firmenidentität.

Es ist Zeit für eine Wachablösung und das schon seit Jahren. Der IE6 darf nicht mehr der Browser sein an dem man sich technisch orientiert, der vorgibt, welche CSS-Selektoren und Eigenschaften man wählen kann oder wie ich abgerundete Ecken herstelle. Da bekommen IE-Nutzer eben keine Rundungen, das schadet ihnen auch nicht.

Ist es nicht ein wenig schizophren auf der einen Seite zu sagen das eine Website für jedes Ausgabegerät nutzbar sein soll (PC, Smartphone, Screenreader) um dann auf der anderen Seite den IE6 nicht mehr zu unterstützen weil er zusätzliche Arbeit macht?

Es ist nicht unsere Aufgabe dem Nutzer Vorzuschreiben welchen Browser er nutzen soll. Das ist ja das tolle am Internet, er kann es sich frei aussuchen.

Auch das man Mehrarbeit verhindern möchte verstehe ich nicht ganz. Diese Mehrarbeit kalkuliert man doch im Angebot mit ein, oder? Wir sind doch Profies, wir können doch den Arbeitsaufwand einschätzen.

Ich lasse mir die Zeit für das Bugfixing im IE genau wie alles andere bezahlen. Wenn ich jetzt anfange den IE6 nicht mehr zu beachten verdiene ich weniger, warum also?

„[…] um dann auf der anderen Seite den IE6 nicht mehr zu unterstützen weil er zusätzliche Arbeit macht?“

Them verfehlt, es geht nicht darum IE-Nutzer grundsätzlich auszusperren, an die Inhalte dürfen sie ja durchaus noch ran, nur nicht ans volle Design.

„Wenn ich jetzt anfange den IE6 nicht mehr zu beachten verdiene ich weniger, warum also?“

Das kommt aber ganz darauf an, was du mit deiner gewonnenen Zeit machst. Däumchen drehen oder andere Projekte…

Ich finde den IE6 auch nicht toll. Und jedesmal fluche ich wie ein Bierkutscher, wenn er mir mal wieder Knüppel zwischen die Beine schmeißt. Aber dennoch ist er nunmal da und wird benutzt und nicht jedem ist es möglich, einfach umzusteigen. So erlaubt afaik das immer noch viel eingesetze Betriebssystem Windows 2000 keinen IE>6. Also so einfach, wie Du das beschreibst ist es beileibe nicht.

Sicher kann man versuchen, Menschen zum Wechseln zu bewegen. Das finde ich legitim. Menschen dafür zu bestrafen, weil sie den "falschen Browser" oder das "falsche Betriebssystem" benutzen finde ich nicht gut.

Them verfehlt, es geht nicht darum IE-Nutzer grundsätzlich auszusperren, an die Inhalte dürfen sie ja durchaus noch ran, nur nicht ans volle Design.

Gut, halten wir fest: Ein, höchstwahrscheinlich sehr unerfahrener, IE6 Nutzer bekommt eine Seite angezeigt in der alle Inhalte in den Standardstyle untereinander aufgeführt werden. Er wird sich kaum auf der Seite zurechtfinden. Das Interface ist ja nicht nur Verzierung, es dient auch zur Nutzerführung. Natürlich ist der Content noch vorhanden aber er wird ihn wohl kaum finden und verarbeiten können. Vernünftig Navigieren dürfte auch nicht mehr möglich sein. Und das bedeutet nicht ihn auszusperren? Ich denke schon.

Natürlich könnte man die IE6 Styles auch reduzieren so das das Grundlayout bestehen bleibt aber die Zeit die man in dieses Layout steckt könnte man auch fürs Bugfixing verwenden. Damit ist man wahrscheinlich noch besser dran.

Das kommt aber ganz darauf an, was du mit deiner gewonnenen Zeit machst. Däumchen drehen oder andere Projekte…

Bei einem festen Stundensatz ist es doch völlig egal für was die Zeit verwendet wird. So gesehen ist die Mehrarbeit die der IE6 macht sogar positiv.

Du kannst doch mehr Projekte annehmen, un das mit weniger Stress. Das ist nur positiv. Und wenn sich die Benutzer auf einer ungestylten Webseite nicht zurechtfinden, dann tun das Screenreadernutzer auch nicht, und mit dem Handy (mit nem Standardbrowser) wird’s dann auch schwierig. Dann widerlegst du aber dein erstes Argument von weiter oben.

Ist wohl Geschmacksache ob man das Bugfixing als nervig ansieht oder es einem sogar Spaß macht ;-).

Und wenn sich die Benutzer auf einer ungestylten Webseite nicht zurechtfinden, dann tun das Screenreadernutzer auch nicht, und mit dem Handy (mit nem Standardbrowser) wird’s dann auch schwierig. Dann widerlegst du aber dein erstes Argument von weiter oben.

Man kann einen IE6 Nutzer nicht mit einem Screenreader Nutzer vergleichen. Ersterer erwartet ein Interface und findet sich ohne nur schwer zurecht, Letzterer ist es gewohnt ohne Styles zu Navigieren.

Mir macht der IE6 auch nicht wirklich Spaß und ein paar meiner grauen Haare ;-) verdanke ich bestimmt diesem Unhold aus dem Hause Gates.

Denn IE nicht weiter zu supporten, eine gute Idee! Alternativ den Mehraufwand extra vergüten lassen. Für mich ganz persönlich, ist dies in der Praxis nicht konsequent umsetzbar. Ich kann meinen Kunden nicht sagen wir supporten den IE6 nicht mehr. Davon mal ganz abgesehen interessiert sich der Kunde nicht wirklich für Browser. Meinen Kunden geht es in erster Linie um ganz bestimmte Ziele die mit dem Webauftritt verfolgt werden. Ob deren Kunde dann mit dem IE6 oder Firefox daherkommen ist im letztlich egal. Da ich auch viel für Agenturen arbeite, ist diese Argumentation auch hier nicht wirklich umsetzbar. Der Weg über eine geschickte Kalkulation und eine sorgfältige Planung kann so manchen Ärger über den IE6 hinweghelfen. Ob der Kunde ein komplexes Layout wünscht oder eher ein einfaches sollte man im Vorfeld abklären.

Mir kommt das ein wenig so vor wie „nur ein Sturm im Wasserglas“. Wer mit diesem historischen Zitat etwas anfangen kann, der weiß ja, wie die Abstimmung gelaufen ist. Von guten Argumenten, die ich auch dem Kunden verkaufen kann, lass ich mich gerne überzeugen.

Ganz klar, ohne dem IE wäre das Leben angehnemer, in der alltäglichen Arbeit schwer umsetzbar.

Ich bin erstaunt wie persönlich einige das Problem offensichtlich nehmen. Ich finde die Idee interessant, den IE einfach aus dem Standard-Paket raus zu nehmen.

Möglicherweise kann sich das nicht jeder leisten, aber ist ja auch niemand gezwungen, es auch so zu machen. Jedenfalls bin ich für den Denkanstoß dankbar und denke, dass ich zukünftig einen Kompromiss eingehen werde. Der IE6 bekommt standardmäßig ein Mini-CSS mit Logo und etwas Typografie. So dass die Seite funktioniert und nicht so "kaputt" wirkt. Volle IE6-Anpassung kostet dann eben extra.

Tobias hat recht, dass es bei reiner Stundenabrechnung eher egal ist. Aber es kommt ja trotzdem drauf an, was man standardmäßig in den Vertrag schreibt.

Eine klare Haltung - finde ich gut und aus Entwicklersicht gerechtfertigt. Das erinnert mich an die Artikel von Jeffrey Zeldman vor nicht mal 10 Jahren "To Hell wieth Bad Browsers" und "Why don't you code for Netscape?", in deutscher Übersetzung auf

http://bf-w.de/knowhow/css-design/holzweg.php

und

http://bf-w.de/knowhow/css-design/netscape.php

zu lesen. Heute spricht keiner mehr über Netscape 4 und das ist gut so. Aber die Situation heute mit IE6 ist durchaus vergleichbar mit der Situation damals, auch wenn IE6 seinerzeit der bessere Browser war. Das "Mobbing" von IE6 hat schon längst begonnen und ist an sich unaufhaltbar. Die Zeit alleine wird es nicht richten.

Dennoch möchte ich auf eine aktuelle Studie hinweisen, die quasi die Kehrseite darstellt. Jakob Nielsen hat vor Kurzem seine Übersicht für Browsernutzung aktualisiert (Update 2008):

http://www.useit.com/alertbox/990418.html

Dort wird für 2008 die Faustregel formuliert, dass 2% der Nutzer ihre Browserversion pro Monat aktualisieren. Folglich dauert es drei Jahre nach der Veröffentlichung einer neuen Browserversion, bis 3/4 der Nutzer die neue Version installiert haben.

Aus dem Grund glaube ich nicht, dass radikale Maßnahmen wie oben beschrieben heute so wirken wie "damals" bei Netscape 4. Es bleibt aber abzuwarten, wie sich die Akzeptanz entwickelt. Nicolai, vielleicht kannst Du die Feedbacks für das nächste halbe Jahr sammeln und eine Nachlese vorbereiten? Ist bestimmt interessant.

Ich habe grade einen Blick die Statistik von WebHits geworfen: http://www.webhits.de/deutsch/index.shtml?webstats.html

Demnach ist der IE6, mit über 42%, immer noch DER bevorzugte Browser!

Umso dringender scheint es mir das Aufklärungsarbeit geleistet werden muss.
Stillschweigend eine „Entwicklungsbremse“ zu unterstützen verlängert das Leiden aller Beteiligten doch nur. An dieser Stelle möchte ich auch noch mal an gewisse Netscape-Alpträume erinnern...
Ich, für meinen Teil, werde die Unterstützung für den IE6 nur noch als zusätzliche Sonderleistung anbieten. Soviel steht fest.

Der IE6 ist deshalb noch so verbreitet, weil Entwickler ihn aufgrund seiner hohen Verbreitung unterstützen.

Unbestritten ist, dass es einen nennenswerten Mehraufwand bedeutet, den IE6 zu unterstützen. Ob man dies nun gerne macht oder nicht. Ich halte es deshalb nicht nur für legitim, sondern sehe es als Pflicht, meine Kunden darauf aufmerksam zu machen. Nicht in dem Sinne: "Wenn Du dieses ignorante Relikt noch unterstützen willst, muss Du schon extra zahlen", sondern: "Es gäbe eine Möglichkeit, Kosten zu sparen, wenn Sie sich erlauben können/wollen, einer bestimmten Zielgruppe eine inhaltlich vollständige aber im Design abgespekte Version anzubieten". Das Ganze lässt sich emotionslos gemeinsam mit dem Kunden besprechenn, wenn dieser die Sachlage nicht versteht.

Und er ist nicht totzukriegen.. Man könnte meinen das spätestens seit der Veröffentlichung des IE8 der IE6 ausgestorben sein. Weit gefehlt denn solange XP auf zig Rechnern läuft müssen wir uns mit "conditional comments" und "css-hacks" herumschlagen... Leider!

Und er ist nicht totzukriegen......!

Wohl wahr. Ich gestalte eine Band-Site. Die hat auf fast jeder Page eigene Gestaltungselemente. Eigentlich sollte man die Rechnung inzwischen an Microsoft bzw. ignorante Sys-Admins deutscher Unternehmen schicken. Ich kriege bei diesem seltsamen Volk einfach Ausschlag. Ständig über Sicherheitsrichtlinien debattieren, unschuldigen Mitarbeiter Progis und Pages sperren, aber mit einem, in Internetjahren gerechnet, absoluten Dampfmaschinen-Oldtimer unterwegs sein. Schrecklich.

Die Site ist ein Freundschaftsdienst, Sites machen ist eigentlich auch nicht mein Job, mach das mit meinen Bordmitteln. Ich kann es mir aber dennoch nicht erlauben, entsprechende Hacks zu ignorieren. Da müssen wir wohl durch.

Angeblich derzeit nicht mal mehr 5% Marktanteil: http://www.webmasterpro.de/portal/webanalyse-aktuell.html - Meine Statistieken von unzähligen Projekten, sagt leider etwas anderes... und als Webdesigner bekommt man doch noch das eine oder andere graue Haar. Mann sollte de IE6 nach 9 Jahren verbieten :-)

Selbst zwei Jahre nachdem dieser Artikel hier verfasst wurde, ist der Marktanteil der User die diesen Browser nutzen bei den meisten Projekten die ich kenne nicht zu vernachlässigen, leider!

Werbe-Kommentare werden wir übrigens löschen. Im Zweifel nehmen wir zumindest den Link zur beworbenen Homepage raus.

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