Logo: Pisto – Magazin über Web und die Welt

Magazin über Web und die Welt

#Tagging #Pflicht #Kür #Experimente von Nicolai Schwarz

Titelbild: #Tagging #Pflicht #Kür #Experimente

Immer mehr Websites entdecken Tags (Schlagwörter) für sich. Eigentlich ein schönes Feature – wenn sich die Redaktion vorher ein paar Gedanken gemacht hat, wie sie Tags sinnvoll nutzen möchte. Über die übliche Verwendung hinaus bieten diese Metadaten jedoch auch jede Menge Freiraum für spielerische Ansätze.

Weil wir unseren Pisto-Artikeln nun auch Tags spendiert haben, lohnt es sich, einmal genauer über Verschlagwortung nachzudenken.
Der grundsätzliche Zweck der Schlagwörter dürfte klar sein: Mit den Metadaten werden Informationen wie z.B. Artikel oder Musikdateien mit weiteren Begriffen (Metadaten) angereichert. Damit lassen sich die Informationen weiter beschreiben, die Metadaten helfen dabei, die Informationen durchsuchbar zu machen, und sorgen für Beziehungen zwischen den Informationen.

Wenn es darum geht, mit Schlagwörtern verwandte Artikel zu kennzeichnen, muss die Redaktion auch dafür Sorge tragen, dass es verwandte Artikel gibt. Einen Tag dauerhaft nur einmal zu vergeben, ist also herzlich sinnfrei. In diesem Fall landet der User beim Klick auf den Tag auf einer Übersicht, die genau jenen Artikel anzeigt, von dem er gerade herkommt. Er hat also nichts gewonnen und ist schlimmstenfalls noch genervt.

Wie in so vielen anderen Fällen gilt auch hier: Wichtig sind ein paar Grundregeln. Nach welchem Schema werden Artikel mit Schlagwörtern versehen? Das gilt umso mehr, wenn mehrere Leute an einer Webseite arbeiten.

Ein reales Beispiel aus der Praxis: Bei einem anderen Projekt haben vielleicht ein halbes Dutzend Leute Artikel ins System eingepflegt. Es werden zwar Schlagwörter eingegeben, aber niemand hat sich jemals auf ein System verständigt. So zählt das System nun 200 Schlagwörter: 16 davon werden bei keinem einzigen Artikel verwendet, weitere 136 Schlagwörter führen nur zu einem einzelnen Artikel. Darunter sind so hübsche Dopplungen wie »Suche«, »suchen« und »Suchfunktionen« oder »unobtrusive« und »unaufdringlich« oder »form«, formular« und »formulare«.
Das kann passieren, wenn die Redaktion ihre Stichwörter nicht pflegt, und bringt dann niemandem etwas.

Grundregeln

Selbst wenn bei einem Projekt gar keine Zeit bleibt, sich mit Schlagwörtern zu beschäftigen, sollte man doch in fünf Minuten eben die Basis abstecken. Verwendet man nur kleinbuchstaben oder schreibt die Wörter korrekt? Singular oder Plural? Nomen oder Verben? Deutsche oder englischsprachige Begriffe?

Ich persönlich bevorzuge Nomen, die korrekte Schreibweise, also etwa »Kommunikation« statt »kommunikation«, und deutsche vor englischen Begriffen. Natürlich können auch die Zielgruppe und sogar das Design eine Rolle spielen. Etwa wenn es um die »Suchmaschinenoptimierung« geht. Dieses typisch deutsche Wortungetüm verstehen mehr Leute als »SEO«. Aber es macht sich nicht mehr so gut, wenn die Schlagwörter in der Nebenspalte oder gar in einer Tag-Cloud Platz finden sollen. Da ist es hilfreich, wenn die Redaktion auf das deutlich kürzere »SEO« ausweichen kann - zumindest dann, wenn die Zielgruppe mit der Abkürzung etwas anfangen kann. Nicht sinnvoll ist es jedoch, bei jedem Artikel zu dem Thema beide Tags »SEO« und »Suchmaschinenoptimierung« zu vergeben.

Ein einzelner Artikel sollte jeweils mehrere Schlagwörter bekommen. Ein oder zwei sind meist zu wenig, die Artikel sollen damit ja untereinander verwoben werden. Also sollten es schon drei, vier oder mehr Schlagwörter werden.

Tags versus Kategorien

Nutzt eine Website sowohl Kategorien als auch Tagging, wird es schnell unübersichtlich. In der Regel sind Kategorien für eine starre übergeordnete Hierarchie nützlich, Tags hingegen können freier und feiner eingesetzt werden.

Sinnlos ist es, seine Kategorien bei den Tags zu wiederholen. Bleiben wir mal im Bereich Web. Eine Kategorie könnte »CMS« heißen, die Tags in diesem Rahmen könnten »Drupal«, »Joomla«, »Typo3« etc. lauten. »CMS« selbst muss man nicht in den Stichwörtern wiederholen, denn über die Kategorie lassen sich ja alle Artikel zum Thema CMS finden.

Dabei stellt sich die Frage, ob Besucher auf die Idee kommen, alle CMS-Artikel über die Kategorie »CMS« zu suchen, alle Drupal-Artikel aber über das Schlagwort »Drupal«? Gute Frage. Fügt man aber das »CMS« zu den Schlagwörtern hinzu, ist die Kategorie überflüssig und kann verschwinden.

Dabei spielt auch die Anzahl der Artikel eine Rolle, um die Tiefe der Schlagwörter festzulegen. Wer nur gelegentlich über Content-Management-Systeme berichtet, braucht nur ein »CMS« als Tag. Wer sich diesem Themenbereich stärker widmet, wird vermutlich »Drupal«, »Joomla« und »Typo3« verwenden. Wer sehr spezifische Artikel schreibt, wird vermutlich sogar zwischen »Drupal 5«, »Drupal 6« und »Drupal 7« unterscheiden wollen.

Kategorien sind dann hilfreich, wenn sich die Bereiche wirklich strikt unterscheiden. Gibt es keine klare, deutliche Unterscheidung zwischen Kategorien, verzichte ich mittlerweile immer auf Kategorien und arbeite nur mit Schlagwörtern.

Nehmen wir eine Webseite für Rezensionen. Es lässt sich sehr gut trennen, ob nun ein Buch, ein Kinofilm, ein Comic oder ein Produkt rezensiert wird.
Bei einer Webseite über Kinofilme wird es hingegen schwer, mit Kategorien zu arbeiten. Die Redaktion könnte zwar die Kategorien »Western«, »Action«, »Science-Fiction«, »Drama«, »Komödie« anlegen, aber bei all den vielen Filmen passt es schnell nicht mehr. Ist »A Scanner Darkly« nun unter »Science Fiction«, »Animation«, »Literaturverfilmung« oder »Experimentalfilm« abzulegen? Natürlich kann der Autor oft – je nach CM- oder Blog-System – mehrere Kategorien auswählen, aber hier sind Tags einfach flexibler.

Soweit zur Pflicht, die soweit bekannt und recht unstrittig sein dürfte. Nun zur Kür; ich habe mir neulich schließlich nicht ohne Hintergedanken mehr Experimente gewünscht.

Kreatives Taggen

Wenn das Tagging dazu dienen soll, verwandte Artikel zu finden, können wir mit den Tags auch experimenteller umgehen.

Bei einem Projekt zum Thema Geschichte, könnte es beispielsweise interessant sein, statt üblicher Tags lediglich Jahreszahlen zu verwenden. Ein Artikel über den Westfälischen Frieden bekommt das Schlagwort »1648«, der Tag »1853-1856« kann sich auf den Krimkrieg beziehen, geht es um das Mittelalter an sich, verwendet der Autor »500-1500«. Das muss man nicht so anlegen, aber daraus ergeben sich nette Optionen für die Sortierung oder die Anzeige auf einem Zeitstrahl. Allemal hübscher als eine dieser grässlichen Tag-Clouds.

Eine Website mit Rezepten kann sich auf die Zutaten als Schlagwörter beschränken, ein Chemie-Projekt könnte nur mit den chemischen Symbolen »He«, »Xe«, »Hg« etc. arbeiten. Hier sähe eine Übersicht als Periodensystem hübscher aus als eine Tag-Cloud.

Soweit sind die Metadaten noch eng mit dem Inhalt verbunden, aber Artikel ließen sich auch über abstrakte Begriffe verbinden.

Als Spielerei könnte die Redaktion zum Beispiel lediglich Verben nutzen: »ordnen«, »suchen«, »verkaufen«, »überzeugen«. Oder aber sie entschließt sich, mit Emotionen bzw. Geisteszuständen zu arbeiten: »Freude«, »Zorn«, »Verwirrung« oder »Angst«.
Diese Art des Taggens lässt eine ganz andere Herangehensweise an die Website zu.

All diese Punkte können funktionieren, wenn sie intelligent in das Konzept der Webseite eingefügt werden. In diesem Fall sorgt natürlich jede Vermischung mit »üblichen« Schlagwörtern dazu, dass das schöne Konzept verwässert wird. Die Redaktion muss sich früh entschließen, ob sie das spielerisch durchziehen kann oder nicht.

Rettungsanker

Den Puristen stellt sich nun vermutlich die Frage: Warum der Zirkus mit abstrakten, experimentellen Schlagwörtern? Zum einen gibt es der Website eine persönliche Note. Zum anderen ergeben sich durch diese Art des Taggens ganz andere Verbindungen als durch übliche Schlagwörter.

Und selbst falls mit diesen Tags niemand etwas anfangen könnte: Eine Website mit vielen Inhalten bietet dem Besucher üblicherweise eine Suche und ein Archiv. Mitunter auch Kategorien oder eine kalendarische Übersicht. Bei all den Möglichkeiten, Inhalte zu finden, ist es in Ordnung, wenn die Tags ein anderes, zusätzliches, ganz eigenes System bilden.

Im Zweifel kann die Redaktion zweigleisig fahren. Wenn das System es anbietet – und bei Drupal zum Beispiel geht das – pflegt sie zwei Schlagwort-Schienen. Die eine bietet übliche Stichwörter und ist erst einmal versteckt, die andere ist experimentell und offen. Die versteckten Schlagwörter können so zumindest noch zur Suche hinzugezogen werden. Und wenn die spielerischen Tags doch nicht funktionieren, schaltet die Redaktion einfach auf die traditionellen Art um.

Meine Lieblingsidee zu diesem Thema ist musikalischer Natur: In Anlehnung an »dein Leben ist ein Film, ich mach Musik dazu« (Die Fantastischen Vier – Le Smou) taggt der Autor seine Artikel mit Songtiteln. Dann tragen die Artikel Schlagwörter wie »One is the lonliest number«, »Nothing Else Matters«, »Unrockbar«  oder »It Takes A Fool To Remain Sane« - je nach persönlichen Vorlieben. Wer den Song kennt, verbindet den Artikel gleich mit einer Emotion (und eine emotionale Bindung ist immer viel wert, ich komme in einem anderen Artikel darauf zurück). Wer den Song nicht kennt, hat die Möglichkeit, einen neuen Titel kennenzulernen. Da dieselben Tags für mehrere Artikel verwendet werden sollen, empfiehlt es sich, die Titel zu reduzieren. Vielleicht nutzt die Redaktion also nur Songs von Elvis oder von den Beatles?

Natürlich wird diese Art des Taggens für recht wenige Websites in Frage kommen. Aber ich würde gerne ein paar experimentelle Seiten damit sehen.

Zweimal sieben

Bei Pisto sind wir bekanntlich etwas eigen, insofern haben wir uns entschieden, mit unseren Schlagwörtern ebenfalls etwas freier umzugehen. Wir verwenden ein sehr reduziertes Set an Tags, nämlich Tugenden und Todsünden.

Die Todsünden – oder eher: die Charaktereigenschaften, aus denen die Sünden entstehen – sind Eitelkeit, Habgier, Wollust, Zorn, Maßlosigkeit, Missgunst, Trägheit. Bei den Tugenden haben wir die Auswahl aus den vier Kardinaltugenden Weisheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung. Dazu kommen die drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffung und Liebe. Das gibt uns insgesamt vierzehn mögliche Schlagwörter.

Aufgrund der übersichtlichen Anzahl an Tags wird es darauf hinaus laufen, dass wir bei Pisto eher weniger Schlagwörter pro Artikel verwenden. Also eher zwei oder drei statt der »drei, vier und mehr« von denen ich weiter oben spreche.

Da auch wir diese Schlagwörter als Live-Experiment sehen, lassen wir im Hintergrund übliche Schlagwörter wie »Freelancer«, »CSS« oder »Kommunikation« mitlaufen. Und falls Sünden und Tugenden irgenwann einmal nicht mehr funktionieren sollten, schalten wir einfach um. In der Zwischenzeit werden die verborgenen Schlagwörter trotzdem in den Suchen berücksichtigt. Der Mehraufwand hält sich in Grenzen – und wir freuen uns über den ungewöhnlicheren Ansatz.

Der Autor

 Nicolai SchwarzNicolai Schwarz. File under: Mediendesign, Webdesign, Webentwicklung, Freelancer, Dortmund, Pisto, Webkrauts, 51° Nord, eldoradio*

Titelbild: »Folder« von kamisoka via istockphoto.com

09.02.200912 Kommentare

Stichwörter:

Kommentare

Hallo Nicolai,

das ist der beste deutschsprachige Artikel, den ich seit langem gelesen habe. Ein sehr interessanter Ansatz. Hoffentlich kann ich die Webredaktion meines Arbeitgebers dazu überreden, dieses Experiment durchzuführen.

Grüße

Auch von mir ein großes Lob für diesen grandiosen Artikel - ich denke vorallem das auch aus SEO-Sicht diese Variante von TAGs sinnvoll ist. Ich werde das mal ausprobieren :)

Viele Grüße aus Leipzig!

Sehr guter Artikel, der viel Stoff zum Nachdenken und Verbesserungsansätze bietet. Gleichzeitig eine Erninnerung für mich daran, selbst mal wieder auszuräumen.

Die o.g. schlechte Methode, Kategorien in Tags zu wiederholen praktiziere ich noch. Das hat den Hintergrund, dass ich bei der konzeption meines Blogs noch darüber nachgedacht habe, Kategorien ganz, zu Gunsten der Tags, abzuschaffen. War mir damals aber noch nicht sicher.

Mittlerweile bin ich der Meinung, beides zu brauchen. Das macht jetzt eben entsprechende Anpassungen nötig.

wer taggt, klebt auch überall gelbe zettelchen hin.

Vielen Dank fuer diesen sehr informativen und unterhaltsamen Beitrag.

Hab' mir gleich mal ein paar inspirative Notizen dazu gemacht, mal schauen was sich damit alles anstellen laesst.

Greetings

Der Artikel macht gedanklich sofort kreativ!

Mir persönlich geht es ein bisschen wie Björn. Ich glaube oder fürchte, man muss von Anfang an ein Konzept haben. Aufräumen und Umbauen ist zu einem späteren Zeitpunkt einfach mühsam.

Der Ansatz mit Adjektiven, "Befindlichkeiten" etc gefällt mir, ich praktiziere ihn auch teilweise, allerdings weniger stringent. Tags für mich in gewisser Weise tagesformabhängig...

Und nein, wer labelt, klebt nicht automatisch auch kleine, gelbe Zettelchen ;-)

Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschliessen - ein sehr informativer Artikel.
Wir nutzen momentan neben den Tags noch Kategorien. Ich persönlich finde das auch garnicht so schlecht, denn so hat man neben den etwas freieren Tags eben noch einen starren Rahmen. Eure Einordnung hier bedeutet ja gewissermassen, dass ihr 14 Kategorien habt, die ihr eben nur über ein anderes technisches System abbildet. Tags sollten vielmehr freier sein und eben auch mal zu exotischen Begriffen, die nur einen Bruchteil der Artikel klassifizieren, ein Ergebnis liefern.

Ich vertrete seit Jahrzehnten die Position von der freien und wilden Verschlagwortung. Ich komme allerdings aus dem Geschäft mit Fotos genauer aus der Branche der Fotoagenturen. Archivstruktur (Ressorts, Kategorien) und 'freie' Bildbeschriftung (Tagging) spielen dort eine enorme (und chaotische) Rolle. Jetzt, im Zeitalter der digitalen Archive, noch viel mehr als früher.

Interessant finde ich den Ansatz zwei Verschlagwortungsstämme parallel führen zu können. Das ähnelt sehr stark der Praxis in Fotoagenturen, wo der Fotograf ein 'wild' beschriftetes Bild einreicht und die Bilddokumentare darüber wieder ein Agentur internes Tagging legen.

Sehr hübsch und kreativ finde ich die Verwendung von assoziativen und alltagstauglichen Stichwortstämmen wie z.B. 'Tugenden und Todsünden'.

ich stehe übrigens auf viele Tags im groberen Sinne von 'nur was viel abdeckt wird auch gefunden'. Für mich sind Tags fein granularisierte Miniinhalte d.h. die Etiketten sollen einen zutreffenden Auszug des gesamten Textes/Bildes darstellen, so wie ich bei einer Etikettensammlung an einem Kleidungsstück im Kaufhaus auch eine möglichst umfassende Information erwarte.

Super Artikel. Verschlagwortung ist eines meiner Lieblingssteckenpferde :)

Nachtrag

"Kategorien sind dann hilfreich, wenn sich die Bereiche wirklich strikt unterscheiden. Gibt es keine klare, deutliche Unterscheidung zwischen Kategorien, verzichte ich mittlerweile immer auf Kategorien und arbeite nur mit Schlagwörtern."

Falsch, zu mindestens wenn man noch eine weitere Strukturebene hat bzw. berücksichtigt.

Bei Zeitungen gibt es die Abtrennung in Ressorts oder eher technisch in 'Bücher'. Bei dem von mir verwendeten CMS Textpattern gibt es sections, also voneinander abgeschlossene Sektionen. In einzelnen Artikeln blättern geht z.B. nur innerhalb einer Sektion.

Kategorien sind prinzipiell Sektionen übergreifend! Beispiele: In allen Ressorts gibt es Nachrichten, Kommentare oder eben auch Fotos. Wenn ich bei einer Webseite z.B. die 'Fotos des Tages' sehen möchte, dann möchte ich nicht zwingend für fünf getrennte Bereiche fünfmal klicken müssen.

Dasselbe gilt für Tags.

Da kann ich mich den anderen nur anschließen. Einen riesen Beitrag durfte ich gerade Lesen. Endlich mal wieder was fundiertes. Also, vielen Dank nochmal. Auch ich habe mir einige Notizen gemacht. Morgen treffe ich mich mit meinen Freunden, da habe ich endlich wieder ein gutes Thema

Ohne allzuarg klugscheißern zu wollen. Bibliothekare, die sich ja seit Jahrhunderten mit solcherlei Dingen auseinandersetzen unterscheiden zwischen "Schlagworten", die ein kontrolliertes (oft auch hierarchisches) Vokabular bilden und vom Bibliothekar vgepflegt werden, also am ehesten mit dem was Du als "Kategorien" bezeichnest vergleichbar sind – und "Stichworten", die sich i.d.R. ein Auszug aus dem Title des Dokuments sind und ein offenes Vokabular bilden.

Was die Definitionen angeht: Ich habe hier »Stichwörter« und »Schlagwörter« gleichgesetzt. Und »Kategorien« nicht weiter definiert. Dazu kommen noch Rubriken, Sektionen, Ressorts, Inhaltstypen ... Je nach persönlichem Gusto und auch je nach CMS meinen diese Worte oft etwas Unterschiedliches.

Mit »meinen« Kategorien meine ich Inhalte, die sich deutlich voneinander abgrenzen lassen. Wie bei Pisto etwa die Artikel und die kurzen Texte unter Anderswo auf der Startseite. Unsere Stichwörter hingegen sind übergreifend, wir verwenden sie sowohl für Artikel als auch für die Anderswo-Texte. Was bei Drupal unter »Inhaltstypen« und »Taxonomie« läuft, wäre bei Textpattern vielleicht mit »Sektionen« und »Kategorien« zu realisieren. Andere CMS nennen es wieder anders, und die Bedeutungen werden schnell unübersichtlich.

Vermutlich hätte ich »Kategorien« klar und unabhängig von einem CMS definieren sollen.

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Erlaubte HTML Tags: <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <p> <br>
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen


Werbe-Kommentare werden wir übrigens löschen. Im Zweifel nehmen wir zumindest den Link zur beworbenen Homepage raus.

Es gibt zu diesem Artikel einen Kommentar-Feed